wohnhaus fpm
erweiterung ernst-may-haus

das reihenendhaus von 1929 schließt eine der verbliebenen zeilen der ernst-may-siedlung »engelsruhe« in f-unterliederbach nach süden ab. der originalbau nutzte jedoch nicht das gebäudliche und städtebauliche potenzial, die bausubstanz wies erhebliche durchfeuchtungsschäden auf. ziel des umbaus, erweiterung und der energetischen modernisierung des wohnhauses ist es, einerseits den bedürfnissen des heutigen familienwohnens durch eine erweiterung der wohnfläche gerecht zu werden, andererseits den gebäudekörper im sinne des »neuen bauens« der moderne des 20. jh. erscheinen zu lassen.

das gebäude erhält durch den 1-geschossigen anbau und die neue gebäudekontur im dachgeschoss für die gebäudezeile die rolle eines abschließenden kopfbaus, welches die situation städtebaulich aufwertet. das spiel mit volumen wird durch die in der fassadenebene liegenden, nach außen öffnenden fenster unterstrichen. typische elemente der moderne wie das fensterband und die betonung von ecksituationen akzentuieren die fassade, zudem gibt es nun erstmals öffnungen nach süden. 

(Kopie 4)

projektdaten wohnhaus fpm

projekt
leistungsphasen
lage
bauherr
projektarchitekt
mitarbeit
fertigstellung
wohnfläche
baukosten
fotocredits

umbau, erweiterung, energetische modernisierung
2-8
frankfurt-unterliederbach
privat
harald etzemüller
sascha hahner · sophia höchsmann
dez 2017
140 qm
362.000 €

grundriss erdgeschoss (Kopie 1)

grundriss erdgeschoss (Kopie 1)

schnitt

schnitt

detail eckfenster

detail eckfenster


die energetische und innenräumliche sanierung des dreigeschossigen wohnhauses umfasst die fassade des bestandsgebäudeteils, die haustechnik und den innenausbau. der abriss eines kamins und den ersatz tragender wandkonstruktionen im eg und og ermöglicht eine freie raumaufteilung. im erdgeschoss entsteht eine raumfolge aus eingang, essbereich mit offener küche und wohnraum, der sich mit seinen großen öffnungen zum außenraum orientiert. der anbau, das dach und die neubauteile im dg sind holz-rahmenkonstruktionen, eine ökologische bauweise aus nachwachsenden rohstoffen. dieses bauprinzip wurde auch für die energetische sanierung der altbau-außenwände angewendet, sodass die neuen fenster in diese rahmenkonstruktionen eingepasst werden konnten.

die gesamte haustechnische ausstattung wurde von grund auf erneuert: neue heizungsanlage, neue elektroinstallationen, neue wasser- und abwasserleitungen. für ein behagliches raumklima sorgen neben der altbaugeeigneten fußbodenheizung eine wohnungslüftungsanlage. die sanitärobjekte und armaturen orientieren sich stilistisch an zeittypischen einbauten. in bad und den wcs werden glasierte fliesen im format 13/13 cm verwendet.

das erdgeschoss lebt von einem in den freien raum eingestelltes »möbel« mit einer lasierten eicheverkleidung, welches auf dem beigen feinsteinzeug-fliesenbelag steht. im wohnraum wird ein gewachster eiche-industrieparkett eingebaut. in den obergeschossen wird größtenteils linoleum eingesetzt werden. von der originalen bausubstanz konnten die holztreppe, die innentüren und stahl-türzargen erhalten und wiederverwendet werden, ergänzt mit zeittypischen, jedoch nicht originalen türgriffen. neben der treppenmodernisierung (aufarbeitung originaler bestand) werden alle innenwände verspachtelt und mit mineralischen farbanstrichen versehen. ebenso wie die wandfarben gehorchen die bodenmaterialien einem farb- und materialkonzept.